© MARTIN BESECKE 2010 - 2018 ALLE RECHTE VORBEHALTEN.
mb mb MARTIN BESECKE I • N • V • D • D
EN|RU
EN  RU
Das Ziel der Integration, der Einheit, eines gemeinsamen Europas bzw. sogar hin zu einer echten Weltgemeinschaft, in der die Menschen friedlich und gleichberechtigt zusammenleben, mit einer Weltregierung, die von weisen, verantwortungsbewussten und besonnenen Politikern geführt wird, ist unbedingt anzustreben! Denn dieses Ziel ist im Universellen angelegt, was heißt, dass es sozusagen sowieso das Schicksal der Menschheit bedeutet. Das Problem ist nur, dass sich weder die Menschheit in ihrer Gesamtheit schon zu dem Entwicklungsstand entwickelt hat, dass sie so eine Gemeinschaft auch schon wirklich aus ihrem ganzen Inneren heraus leben und praktizieren kann, noch irgendwo solche Politiker zu sehen sind. Erkennen lässt sich das u.a. daran, dass die heutigen Nationalstaaten als erste Konstrukte einen gewachsenen und gemeinsamen Kultur-, Rechts- und Werteraum darstellen, in dem unterschiedliche Kulturen, Traditionen und auch Völker ein gemeinsames Zusammenleben üben und praktizieren können, dieser Entwicklungsprozess aber selbst in den Nationalstaaten bei Weitem noch nicht vollständig abgeschlossen ist. Die derzeitige Europäische Union ist aufgrund ihrer institutionellen, strukturellen und politischen Gestaltung überbürokratisch, intransparent sowie unkommunikativ und vor allem, zutiefst undemokratisch. Und wie die Realität zeigt, befördert so eine Gestaltung in der Praxis alles andere, als ein gesamteuropäisches Bewusstsein. Deswegen besteht die Notwendigkeit, von dem jetzigen Entwicklungs- und Erfahrungsstand die weiteren Entwicklungsschritte zu denken! Zurzeit kreisen in der breiteren Öffentlichkeit zwei Modelle, die Idee der Vereinigten Staaten von Europa nach US-amerikanischem Vorbild sowie die Idee einer föderalen Republik Europa mit in vielen Fragen unabhängigen Regionen bei gleichzeitiger Abschaffung der heutigen Nationalstaaten nach dem Vorbild der Bundesrepublik Deutschland. Beide Modelle weisen aber existenzielle systemische Fehler auf. Die Vereinigten Staaten von Europa bedeuten letztendlich eine Machtkonzentration der klassischen Art in einer Zentralregierung mit allen bereits bekannten Negativentwicklungen, wie vor allem negatives Machtstreben, Machtmissbrauch, Korruption und Ideologien. Während die Idee der föderalen Republik eine Abschaffung und Negierung der schon bestehenden Nationalkulturen und damit eine wieder Rückführung hin zu wieder nur regionalen und lokalen Kulturräumen bedeutet mit allen damit einhergehenden Negativentwicklungen, wie Abgrenzungen und Abschottungen sowie Homogenisierungen bis hin zur Kleinstaaterei, also letztendlich einen echten Rückschritt hin zu dem universellen Ziel einer echten Weltgemeinschaft bedeuten würde. Denn eine Negierung von schon bestehenden Kulturen ist bis dato immer gescheitert und hat zu viel Leid und Radikalisierungen geführt, weil Kulturen grundsätzlich immer ins Anthropologische und auch ins Kausal-karmische gehen. Darüber hinaus implementieren beide Modelle Politiksysteme, die ihre Dysfunktionalitäten auf nationalstaatlicher Ebene bereits offenbart haben. Denn dass sich die ganzen hinlänglich bekannten existenziellen gesamtsystemischen Negativentwicklungen, wie die Zerstörung der Natur und Umwelt, die immer größer werdende soziale Ungleichheit und vor allem die gesamtsystemische Dominanz und Gestaltungsmacht der Wirtschaft und des Geldes und daraus resultierend, der Abbau der Demokratie sowie der Abbau der universellen Grundwerte und Menschenrechte und nicht zuletzt, das zunehmende politische und gesellschaftliche Wiedererstarken des Völkischen und des Autoritarismus, überhaupt so vollziehen konnten und vor allem auch im Prinzip so ungehindert voranschreiten können, offenbart eben die systemischen Dysfunktionalitäten sowie die strukturellen Defizienzen in den gesamtgesellschaftlichen Kommunikations- und Beteiligungsbedingungen der bestehenden demokratischen Politiksysteme und damit auch die des zentralistischen sowie des föderalen Systems. Hinzukommt, dass auch diese beiden demokratischen Politiksysteme nur die heutigen Einheits- und Allzuständigkeits-Parteien zulassen können, die aber alle politischen und gesellschaftlichen Themen aus machtpolitischen Gründen, aber vor allem auch auf eine strukturell ganz unsachliche Weise bündeln. Das wiederum führt aufgrund der monarchischen Führung gepaart mit der Parteidisziplin automatisch zu einer unsachlichen und damit inkompetenten und unkommunikativen Behandlung vieler Themen. Das bedeutet im Grundsätzlichen, dass es um eine echte Weiterentwicklung der Demokratie selbst gehen muss, hin zu einem strukturell vollkommunikativen und damit volldemokratischen System, das echte systemische Kommunikations- und Verwirklichungsstrukturen herstellen und garantieren kann, damit unser gelebtes und alltägliches Denken auch tatsächlich die soziale Wirklichkeit konstruieren und realisieren kann und in dem die Lösungen für unsere existenziellen Probleme auch tatsächlich in einem echten gesamtgesellschaftlichen Diskurs ausgehandelt werden können. Und zusätzlich speziell für Europa, dass es um ein gleichberechtigtes Zusammensein, um eine gleichberechtigte Kommunikation auf systemischer Ebene der unterschiedlichen schon bestehenden nationalen Kulturen gehen muss, damit ausgehend von diesem Entwicklungsstand sich ein gesamteuropäisches Bewusstsein entwickeln kann, und nicht den Rückschritt wieder hin zu nur regionalen und lokalen Kulturräumen bedeuten sollte. Das Politik- und Gesellschaftssystem der Wertstufendemokratie hat die genannten Dysfunktionalitäten und Defizienzen erkannt und behoben und aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und stellt die systemischen Rahmenbedingungen für die hier genannten Notwendigkeiten her und kann sie vor allem auch gewährleisten. Die Wertstufendemokratie basiert auf der wert-gestuften Reflexions-Systemtheorie der Viergliederung und bedeutet die Umwandlung der Demokratie in ein wert-gestuftes Vierkammerparlament, die exekutive und legislative sowie die institutionelle und strukturelle Differenzierung des Systems in die vier systemrelevanten Bereiche Wirtschaft, Politik, Kultur und Grundwerte, wodurch sie erstmals überhaupt einer sachbezogenen und volldemokratischen Behandlung zugeführt werden. Auf europäischer Ebene bedeutet das in der Praxis, 4. ein Grundwerteparlament:     Aufgrund des von der Wertstufung her höchstrangigen Grundwerteparlaments, besteht zum ersten Mal die Möglichkeit, das gesamteuropäische     soziale Miteinander von den Grundwerten her gestalten zu können.     Ebenso bekommen dadurch die Grundwerte eine direkte demokratische Kontrolle und Behandlung.     Diese Möglichkeit können die derzeitigen Demokratiesysteme nicht leisten, weswegen z.B. die Europäische Menschenrechtskonvention von der Politik     auch permanent gebeugt bis gebrochen wird, obwohl sie für alle EU-Staaten einen Verfassungsrang hat, weil eben z.B. die Europäische     Menschenrechtskonvention auf systemischer Ebene keiner demokratischen Behandlung unterliegt.     Deswegen bedeuten auch z.B. solche Kommissionen wie die Ethik-Kommission in Deutschland (auch Ethikrat genannt) keine Lösung, weil sie eine     nicht-systemische Institution darstellt, was heißt, dass ihre Vorschläge keinen rechtsverbindlichen Charakter haben, sondern deren Umsetzung nur     der Freiwilligkeit unterliegen. Zudem unterliegt auch diese Kommission keiner demokratischen Behandlung, weswegen sie auch dementsprechend     elitär-entrückt und unkommunikativ gegenüber der Gesellschaft ist. 3. ein Kulturparlament:     In diesem Parlament können die unterschiedlichen schon bestehenden nationalen Kulturen auf systemischer Ebene gleichberechtigt miteinander     kommunizieren und auf systemischer Ebene ein faires Miteinander aushandeln.     Und nur eine gleichberechtigte Kommunikation auf systemischer Ebene kann eine Entwicklung hin zu einem gesamteuropäisches Bewusstsein     bis hin zu einer gesamteuropäischen Kultur erst möglich machen. Denn in diesem Parlament findet die Vielfalt der europäischen Kulturen     ihren demokratischen Ausdruck. 2. ein Politikparlament:     Dieses Parlament stellt die Möglichkeiten her, über einen gesamteuropäischen demokratischen Prozess ein gesamteuropäisches Recht bis eine     gesamteuropäische Verfassung sowie eine gesamteuropäische Außen- und Sicherheitspolitik gestalten zu können. 1. ein Wirtschaftsparlament:     Durch dieses Parlament werden die rechtlichen Rahmenbedingungen hergestellt, dass das Wirtschaftssystem, der wirtschaftliche Umgang     miteinander eine sachbezogene und demokratische Behandlung findet. Das bedeutet in der Praxis zum ersten Mal in der Weltgeschichte     die Schaffung einer echten Wirtschaftsdemokratie.     Und da das Wirtschaftsparlament die rechtlichen Vorgaben der übergeordneten Parlamente verbindlich berücksichtigen muss, führt das     automatisch zu einer dem Gemeinwesen dienenden und nicht es beherrschenden Wirtschaft, wie in der heutigen Realität. Diese wert-gestufte Viergliederung des Systems resultiert aus den vier Reflexionsebenen der interpersonalen, d.h. der zwischenmenschlichen Kommunikation. Die Menschen kommunizieren auf vier Reflexionsebenen miteinander: 1. Die Subjekt-Objekt-Ebene Ich behandle ausgehend nur von meinen eigenen Bedürfnissen, Ansichten, Intentionen und Freiheiten den anderen instrumentell und damit nur als Objekt. Diese Kommunikation ist unreflektiert. 2. Die einseitig-strategische Ebene Ich benutze den Anderen und dessen Freiheiten strategisch für meine eigenen Interessen. Diese Kommunikation ist einseitig-einfach-reflektiert. 3. Die kommunikative Ebene Wir nehmen wechselseitig unsere Freiheit, Erwartungen und Wünsche ernst und gehen kommunikativ darauf ein. Diese Kommunikation ist gegenseitig-doppelt-reflektiert. 4. Die Metaebene Ich nehme zu dieser faktisch geschehenen Gegenseitig (des  Blickes) Stellung (verlegen, freundlich, abweisend usw.) und nehme zugleich zur Stellungnahme des Anderen Stellung: nochmalige Reflexion der Gegenseitigkeit oder Abschlussreflexion. Diese Kommunikation bedeutet in der Praxis die Metakommunikation, wir einigen uns, meist stillschweigend-implizit, auf Verhaltensnormen. Diese vier Kommunikationsebenen werden durch die vier Teilparlamente repräsentiert, wodurch das System erstmals auf allen Reflexionsebenen mit den Menschen und umgekehrt kommunizieren kann. Während die heutigen Demokratien aufgrund ihrer eindimensionalen institutionellen und mono-strukturellen Gestaltung und der daraus resultierenden gesamtsystemischen Dominanz der Wirtschaft nur auf der untersten Reflexionsebene kommunizieren können, der Subjekt-Objekt-Ebene. Hierin ist auch der eigentliche Grund zu finden, warum die bestehenden Demokratien zunehmend an Ablehnung erfahren und sich real in der Erosion befinden. Denn das Denken und das Bewusstsein der Menschen ist mittlerweile wesentlich weiterentwickelter und ausdifferenzierter und kann nicht mehr nur allein vom Wirtschaftlichen her befriedigt werden. Die Menschen reagieren zunehmend auch auf kulturelle, ethische und Grundwertefragen. Und die Wertstufendemokratie stellt die notwendigen systemischen Kommunikations- und Realisierungsstrukturen her, damit dieses weiterentwickelte Denken und Bewusstsein der Menschen auch im Systemischen über einen friedlich-demokratischen Weg seinen Ausdruck finden kann. Diese Viergliederung des Systems bedeutet auch, dass die heutigen Allzuständigkeitsparteien durch bereichsspezifische Sach- und Themenparteien ersetzt werden. Das ermöglicht auf europäischer Ebene europäische Sachparteien, die wiederum gesamteuropäische Diskussionen zu Sachthemen und damit eine gesamteuropäische Kommunikation strukturell überhaupt erst möglich machen. Denn diese Differenzierung in die vier Systembereiche und in die daraus resultierenden bereichsspezifischen Sach- und Themenparteien bedeutet in der Praxis die konstruktive Synthese von direkter und parlamentarischer Demokratie, die grundlegende Erneuerung der gesamtgesellschaftlichen Kommunikations- und Beteiligungsbedingungen hin zu einer vollkommunikativen und damit volldemokratischen gesamteuropäischen Gesellschaft! Und nur sachliche Diskurse zu allen politischen, gesellschaftlichen und systemischen Themen, die auch tatsächlich auf einer echten gesamt- europäischen Ebene von wirklich allen Menschen geführt werden können, können die Entwicklung eines gesamteuropäischen Bewusstseins überhaupt erst möglich machen! Und die Wertstufendemokratie stellt die systemischen Rahmenbedingungen für diese Notwendigkeiten her und kann sie gewährleisten! Weiterführende Literatur:
Johannes Heinrichs Die Logik des europäischen Traums  -  Eine systemtheoretische Vision (Academia Verlag, 225 Seiten, ISBN 978-3896656414)